Tag 15 & 16: Heimreise und Zieleinlauf.

Nach der Nacht in Kolberg direkt am Ostseestrand wollten wir es am vorletzten Tag bis nach Hause schaffen, damit die Familie etwas mehr von uns hat. Das ist uns auch geglückt ☺️ So konnten wir am Sonntag entspannt ins Ziel einlaufen und noch mal einen letzten, netten Abend mit allen Rally-Teilnehmern und den Familien verbringen. Ein unvergessliches Reiseabenteuer ging würdevoll zuende. Und Rostwitha hat alles tapfer weggesteckt; nur der Scheibenwischer hat 100 km vor Hamburg seine Arbeit eingestellt 😉

Tag 14: Polen im Regen.

Ziel für diese Tagesetappe war es, außen rum um Kaliningrad und einmal quer durch Polen bis zur Ostsee zu fahren. Möglichst weit in Richtung Usedom. Die Strecke, die wir uns dafür ausgesucht hatten war zwar lang, aber da sie auf kleinen Straßen quer durch die masurische Seenplatte führte, auch ausgesprochen vielversprechend. Leider machte uns das Wetter aber komplett einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete wirklich den ganzen Tag ununterbrochen und in Strömen. Mit ein bisschen Vorstellungsvermögen bekam man trotzdem einen guten Eindruck, wie schön das polnische Hinterland und die Masuren sind. Irgendwie trotzdem eine eher anstrengende Etappe. Schade eigentlich….

Abends belohnten wir uns dann mit einem Hotel in Kolberg direkt an der Ostsee. Und ein gemütliches polnisches Restaurant fand sich auch schnell… Steak, Wildschwein, ein zwei Bierchen und polnischer Schnaps und wir waren direkt wieder ein bisschen angezählt und reif fürs Bett.

Tag 13: Estland, Lettland, Litauen.

Junge, Junge… Wat ne Fete!!! Raudzilla ist wirklich das Beste, was einem nach den entbehrungsreichen Tagen rund ums Nordkap und in Russland passieren kann. Gerne wären wir noch ein bisschen an diesem traumhaften Plätzchen geblieben, aber gegen 10 hieß es wieder: Aufsitzen!! Immerhin geduscht und gefrühstückt.

Unser Ziel der heutigen Etappe war es, zwei Tagesaufgaben in Lettland und Litauen zu erledigen und ordentlich Kilometer in Richtung Polen zu machen. Mittlerweile wieder alleine unterwegs, fuhren wir zunächst mal an die estische Ostseeküste – schließlich heißt der ganze Bums ja Baltic Sea Circle und da kann es ja auch nicht schaden, die Sea mal zu sehen. Unser Eindruck vom Vortrag bestätigte sich: Estland ist der Hammer!!

Wahrscheinlich sind Lettland und Litauen auch prima Länder, aber da mit dem Grenzübertritt nach Lettland direkt mal das Wetter schlechter wurde, hatten die beiden anderen baltischen Länder keine Chance gegen Estland, unsere Liebe auf den ersten Blick.

In Riga erfüllten wir anschließend unsere erste Aufgabe, fanden das höchste Gebäude des Baltikums und machten ein Beweisfoto davor. Dann weiter zur nächsten Aufgabe, dem Hügel der Kreuze in Litauen. Schräger Ort irgendwie. Aber jetzt steht da auch unser Kreuz – selbstverständlich selbstgebastelt.

Ja, und dann wurde es plötzlich dunkel… Sehr dunkel! Und ein Gewitter brach über uns herein, das uns ernsthaft daran zweifeln ließ, ob es so eine gute Idee ist, im Zelt zu schlafen. Da es mittlerweile auch schon relativ spät geworden war, machten wir einen kleinen Abstecher nach Kaunas und suchten nach einem Hotel. Leider nicht besonders erfolgreich. Und als dann endlich ein schmaler, heller Streifen am Horizont auftauchte, beschlossen wir, einfach noch ein bisschen zu fahren. Gute Entscheidung, denn gegen 10 schlugen wir unser Zelt auf einem fast leeren Campingplatz am See 30 km vor der polnischen Grenze auf. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen. Wir machten uns noch schnell eine Schüssel Chili con Carne warm und ließen den Tag mit einem (!) Feierabendbierchen ausklingen. Drei Länder. 750km. Puhhh!

Tag 12: Sankt Petersburg – Raudsilla/Estland

Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem etwas gewöhnungsbedürftigen Frühstück verließen wir Sankt Petersburg schon gegen 9 Uhr, was sich im Nachhinein als genau die richtige Entscheidung herausstellte, da andere Teams, die erst später Richtung Grenze fuhren teilweise bis zu 6 Stunden Schlange stehen mussten. Bei uns dauerte die ganze Prozedur vom ersten russischen Schlagbaum bis zum großen Tor, das sich für uns in Richtung EU öffnete, exakt 1:20 Stunde.

Das heißt um kurz nach Eins waren wir in Estland. Kurz einkaufen. Dann ging es auch schon in Richtung Partylocation.

Der Kontrast von Russland zu Estland erschien uns fast stärker, als der von Norwegen zu Russland. Schlagartig waren die Wiesen grün und saftig, die Menschen lächelten und die Straßen waren spiegelglatt. Außerdem kam genau im Moment unseres Grenzübertritts die Sonne raus und die Temperatur stieg schlagartig um gefühlte 10 Grad. Total verrückt!

Estland ist neben den Lofoten die zweite große Überraschung der Tour. Dieses Land ist wirklich richtig, richtig nett und man hat es irgendwie gar nicht so auf dem Zettel gehabt.

Mit entsprechend guter Laune fuhren wir dann gegen 4 auf das Partygelände in Raudsilla und es hat uns fast aus den Socken gehauen. Was für ein unglaublich schöner, friedlicher und einzigartiger Ort. Malerisch im Wald gelegen, von einem kleinen Bach durchzogen, mit mehreren kleinen Hütten und Holztipis – von denen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass es Saunen sind, und man direkt nach dem Saunagang in den kleinen Bach springen kann.

Gegen 8 ging der offizielle Teil der Party los mit einer sehr lustigen estischen Volkstanzgruppe und mit leckerem einheimischen Essen. Ja und dann wurde es auch schon sehr schnell, sehr gemütlich… Mit Sauna, und Bier und Bier in der Sauna und einer heißen Wanne und einem kalten Bach. Und mit noch mehr Bier. Man munkelt, als Olli irgendwann gegen Mitternacht ins Zelt gestiegen ist, hätte man mich mit drei frischen Bieren und einem Handtuch noch einmal in Richtung Sauna schlendern sehen. Hmmm.. . Aber ganz genau weiß man es nicht…

Tag 11: Sankt Petersburg

Am Morgen trennten wir uns mal wieder von unserer Gang und machten uns alleine auf den Weg nach Sankt Petersburg. Die anderen wollten nur kurz rein und dann direkt weiter Richtung Grenze. Wir hatten uns entschieden eine Nacht in der Stadt zu bleiben, ein bisschen Sightseeing zu machen und irgendwas Leckeres zu essen, was nicht über dem Lagerfeuer oder dem Spirituskocher zubereitet wurde.

Das Hotel hatten wir schon am Tag vorher gebucht und als wir gegen Mittag ankamen, mussten wir einmal mehr feststellen: Alles richtig gemacht. Kein besonders großes Zimmer, aber sauber und ordentlich und vorallem mit einem prima Parkplatz für die liebe Rostwitha auf dem Hof und fußläufig in die City. Letzteres will wirklich was heißen, denn diese Stadt ist so gigantisch groß, das “einmal um den Block” gut und gerne mal zu einem mehrstündigen Spaziergang werden kann.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem halben Stündchen WLAN Gedaddel, gings ungewohnterweise zu Fuß los. Erstmal Richtung Blutskirche. Sehr beeindruckend – auch wenn wir nicht verstehen, wie die diese goldenen Türmchen und Kuppeln so hochglanzpoliert halten. Weiter Richtung Newa. Peter und Pauls Festung, Eremitage, alles schön mal gehört, aber in der kurzen Zeit nicht wirklich zu erfassen. Diese Stadt ist wirklich unglaublich riesig, alles ist mindestens eine Nummer größer, als man das in anderen Städten kennt. Häuser, Kirchen, Strassen, der Fluss…  so als ob sie damals, als sie die Stadt geplant haben, einfach auf alle europäischen Metropolen noch ne Schippe drauflegen wollten. “Ja, diese schönen, breiten Boulevards in Paris sind super. Aber lass unsere doch viermal so breit und zehnmal so lang machen! Sicher, so ein Kirchturm sieht immer schick aus. Aber lass doch lieber so riesige Zwiebel- Dinger drauf bauen. Zwölf Stück. Komplett vergoldet! Ok, prima Idee!“

Dank eines super Insidertipps der lieben Sofia lenkten wir unsere Schritte sodann in Richtung Rue Rubinstein (Ganz klassischer russischer Strassenname). Das ist eine Straße, wo es von schicken Bars und Restaurants nur so wimmelt. Sehr westlich und super modern, auch was die Preise betrifft. Ohne dass wir groß darüber gesprochen hatten, war uns beiden irgendwie nach Fleisch und der entsprechende Steakladen war schnell gefunden. Boah! Lecker!

Das eine oder andere Absackerbier für diesen ereignisreichen und tollen Tag haben wir uns natürlich auch noch gegönnt. Im Dunes of Ligovsky, einem Beach Club mitten in St. Petersburg und zusammen mit jeder Menge anderen Teams. Anschließend gings zu Fuß ins Hotel… Traumhaft so ein Bett.

Fehlt eigentlich nur noch unser Sankt Petersburg Fazit: Tolle Stadt! Wir haben unsere Entscheidung, hier einen kurzen Stop einzulegen, nicht bereut. Viel Geschichte aber auch super modern. Eine echte Weltstadt, für die man sich wirklich irgendwann noch mal ein paar Tage mehr Zeit nehmen muss.

PS – Unser Learning aus dem Sankt Petersburger Stadtverkehr: Wenn du denkst, du fährst ganz links, taucht garantiert noch einer neben dir auf. Interessant.

Tag 10: Russland ohne Ende – Kandalakscha bis Kotkarjärvi

Oberstes Ziel des Tages war es, ein paar Kilometer nach Süden und in Richtung Sankt Petersburg zu machen. Und wenn wir ein paar sagen, dann meinen wir so 700 bis 800. Also mindestens bis auf Höhe Onega-See und am liebsten sogar noch ein bisschen weiter. Die E105, die von Murmansk nach Sankt Petersburg führt ist 1.400 Kilometer lang und genauso gerade wie ereignislos. Das Einzige, was wirklich erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass es seit 10 Tagen das erste mal wirklich regnet. Das ist aber kein Problem für uns, denn jetzt sind wir ja schon wieder mit großen Schritten unterwegs in Richtung Süden. Es macht uns allerdings einmal mehr klar, was für ein unfassbare Wetterglück wir bis jetzt hatten.

Gegen Abend wurde es dann tatsächlich noch mal spannend. Erst haben wir gemeinsam mit Kerstin einen kleinen Abstecher nach Petrosawodsk gemacht, wo wir uns eine Sim-Karte besorgt haben und ein landestypisches Mahl bei McDonalds eingenommen haben. Gar nicht mal so hässlich diese Stadt. Und falls irgendeiner von euch da mal hin kommt: Die haben so gar ein Hofbräuhaus. Direkt am Bahnhof auf der rechten Seite. Schön verrückt, diese Globalisierung.

Ja, und dann hat Kerstin direkt neben der Straße noch einen Bären erspäht und wir haben die Nacht auf dem Hof einer sehr netten russischen Familie campiert. Frederik und Niko von Out of the Range wollten unbedingt, die Kartoffel Challenge machen (finde einen Russen und lade ihn auf Kartoffeln und Wodka ein). Gut für uns, denn wir hatten so auch einen prima Schlafplatz. Zwei, drei Bierchen später war Tag 10 für uns gegen 1 Uhr morgens beendet. Für einzelne Truppenteile von UTFG und OotR allerdings noch lange nicht.

Tag 9: Grenzerfahrung Russland

Nachdem wir unsere Alkohol Bestände auf 3 Liter pro Nase reduziert hatten, stand der Expedition Russland nichts mehr im Wege. Mit jeder Menge anderen Rally Teams ging es an die Grenze und zwei Stunden Ostblockbürokratie, 12 Formulare und einmal Auto ausräumen später, war es auch schon geschafft. Insgesamt aber relativ freundlich die Brüder. Ein Zöllner hat sogar an unserer Schnapsflasche gerochen, Olli angegrinst und gesagt: “Hmm… Rrrubinette!!! Gut!!! Nur unsere Freunde die Heide Veteranos mussten leider nochmal eine kleine Ehrenrunde drehen, aus Russland ausreißen, den Alkohol in Norwegen entsorgen und anschließend wieder einreisen… Gut, dass sie ein Doppelvisum hatten. Blöd, dass sie sich Kaliningrad jetzt ein anderes Mal ansehen müssen.

Der Kontrast zwischen dem lustigen, sauberen, freundlichen Skandinavien (vereinzelte schräge Finnen ausgenommen) und diesem nördlichsten Ende Russlands könnte größer nicht sein. Auch wenn die Landschaft natürlich weiterhin ausgesprochen spektakulär ist, ist alles andere schon wirklich sehr anders. Schlaglöcher so tief, dass unser ganzes Auto reinpasst, unglaublich verrottete Industrieruinen, die wahrscheinlich gar keine Ruinen sind, sondern ganz normale russische Fabriken und Passkontrollen von bewaffneten Menschen mitten auf der Straße. Das alles beschreibt ziemlich genau unsere erste halbe Stunde in diesem Land und wir sind wirklich gespannt, was noch kommt.

Doch zunächst widmeten wir uns unserer nächsten Tagesaufgabe: Finde die Lenin, den ersten Atomeisbrecher der Welt und mach ein Teamfoto davor. Eine spannende Stadtrundfahrt durch Murmansk folgte (GPS ist ja nicht) und dann stand der Pott auch schon vor uns. Wir finden, unser Foto ist eines der schönsten.

Und was kann man zu Murmansk sagen? Eigentlich nicht viel. Außer dass es die wahrscheinlich hässlichste Hafenstadt der Welt ist – also ziemlich genau das Gegenteil von Hamburg.

Mit wieder etwas verkleinerter Fahrgemeinschaft machten wir anschließend noch ein paar Kilometer nach Süden und versuchten einen Schlafplatz zu finden… Auch das war – wie schon vermutet – etwas komplizierter als in Skandinavien. Aber wir haben dann doch ein sehr nettes Plätzchen gefunden und unsere Zelte vor einem nagelneuen kleinen Skihotel aufgeschlagen. Für schlappe 10 Euro pro Nase, durften wir sogar die grandiosen Duschen und den gemütlichen Gemeinschaftsraum mitbenutzen. Alles richtig gemacht!

Übrigens: Kaum hatten wir unsere Zelte aufgebaut, rollten ungefähr zehn weitere Rally Teams auf den Hof – Russland ist ja nicht so groß. Die Hotelbesitzerin wirkte erstmal etwas überfordert aber irgendwie sind dann doch alle untergekommen… Schön!

Tag 8: Vom Nordkap nach Lappland

Der große Vorteil, wenn es nicht dunkel wird, ist, dass es eigentlich total egal ist, wann man losfährt. Also haben wir uns morgens um 5 einen leckeren Kaffee gekocht und sind anschließend in einer ungewohnten Konstellation gemeinsam mit Kerstin vom Team Ohana, den Gebrüdern Dampf, den Mopped Jungs von Garagenbierchen und den zwei Taunus Explorer Subarus Richtung Finnland aufgebrochen.

Finnen sind irgendwie komisch und kauzig, zumindest im direkten Vergleich mit den restlichen Skandinaviern. Der erste, den wir an einer Tankstelle trafen, war ein  strunzvoller, zahnloser Geselle, der uns ein fröhliches “Lapplandia” entgegen schmetterte. Und so ähnlich ging es weiter.

Natürlich hatten wir auch an diesem Tag wieder eine Tagesaufgabe, aber zunächst mal stellten wir uns noch einer viel wichtigeren Challenge: Nämlich eine Dusche zu finden. Auch der Zeltplatz-Besitzer in der lappländischen (oder heißt das läppischen) Einöde war dem Alkohol nicht ganz abgeneigt. Trotzdem ließ er uns für 5 Euro seine Dusche benutzen. Und was solln wir sagen: Es war ein Traum!!!

So wohlriechend und erfrischt konnten wir uns dann auch wieder ganz auf die Suche nach einem Schlafplatz konzentrieren – am liebsten was ruhiges im Wald, mit einem See, einer Feuerstelle und Platz für viele Leute. Denn die Tagesaufgabe war es mit möglichst vielen Teams ein Feuer zu teilen. Gutes Timing, denn da wir am nächsten Tag nach Russland wollten, galt es auch überschüssige Alkohol Bestände zu vernichten. Und auch dieser Challenge stellten wir uns tapfer – ihr kennt uns ja.

Mit Hilfe der Taunus Explorer fanden wir rasch ein schönes Plätzchen und nachdem sich auch unsere Eisbären-Clubkollegen von Out of the Range und UTFG, sowie die Sisters of no Mercy und Tom Collins zu uns gesellt hatten, wurde es ein wirklich netter Abend… Viel zu spät und etwas zu angestrahlt gings ins Bett. Aber das passt ja irgendwie zu Russland. Und genau dahin wollten wir am nächsten Tag aufbrechen…

 

Tag 7: Mission Nordkap

Ein Tag, eine Mission: das Nordkap erreichen und mit dem Auto vor den Globus fahren. So ganz langsam aber sicher wird es unangenehm, wenn wir Rentiere aus dem offenen Fenster filmen. 3 Grad hier oben. Aber immer noch Sonne. Wir haben wirklich verdammtes Glück mit dem Wetter.

Einmal abbiegen noch vor dem Nordkap. Nach Hammerfest, der wahrscheinlich nördlichsten Stadt der Welt und Sitz der ehrenwerten Royal and Ancient Polarbear Society. Keine Frage, wer die neuesten Mitglieder dieser exklusiven Gesellschaft von Nordmännern sind, oder?

Tja, und dann Nordkap. Rentnertreff auf 71 Grad Nord… Wir machen uns noch flott einen Gulasch auf dem Parkplatz warm und hauen uns in die Koje. Und um 4Uhr stehen wir dann mir unserer Rostwitha vorm Globus. Da kommt nicht jedes Auto hin. Wir sind stolz wie Bolle. Wir haben mal wieder alles richtig gemacht. Und natürlich haben wir immer noch – langsam können wir es auch nicht mehr glauben – bestes Rallywetter…

PS: Gürkchen verbinden die Welt.

Tag 6: Goodbye Lofoten

Nach jeder guten Party muss man sich die Frage stellen: Wer fährt? Ich will wirklich nicht indiskret sein, aber Olli war es nicht. Ein Haufen Bekloppter, ein großes Feuer, ein Strand im Norden und eine Midsommernacht, die wir lange nicht vergessen hätten, wenn wir nicht ganz so viel getrunken hätten. 

Am nächsten Morgen ging es direkt weiter. Diesmal ohne unsere übliche Reisegruppe, über die großartigen Lofoten immer in Richtung Norden. Der Schädel dick aber hinter jeder Ecke ein Hammer Panoramablick und immer noch top Wetter.

Eine kleine Abkürzung per Fähre später waren wir dann auch wieder mit den Teams Out of the Range und UTFG vereint, die uns schon einen tollen Platz an einem  Fjord besorgt hatten. Ganz schön frisch mittlerweile. Aber toll. Und später auch noch mit Verstärkung von den Garagenbierchen Jungs – zwei knallharten Helden auf rumpeligen KLRs.

Tag 5: Lofoten

Lofoten – wir sind immer noch total geflasht. Was für eine beeindruckende Landschaft. Und das Wetter hat auch einigermaßen mitgespielt. Es gab immer mal wieder ein paar Tropfen Regen, aber der ist auch schnell vorbei gezogen.

Heute mussten wir ja so gut wie gar keine Kilometer machen. Somit haben wir in Ruhe auf einer Bank vor dem Supermarkt gefrühstückt (mit einer regionalen Dosenwurst-Spezialität – war so o.k.). Dafür gab’s dann noch ein frisch gebratenes Rührei mit Bacon. Und die Dame vom örtlichen Andenkenladen hat uns noch Blumen auf den Tisch gestellt 😉

Sind dann ganz entspannt über die Lofoten gefahren und jede Menge Fotos und Videos gemacht. Bis wir dann um 14 Uhr auf den Platz für die heutige BSC-Party gerollt sind. Die erste von zwei Partys auf der Tour. Nach und nach füllt sich die Wiese. Das hat schon ein wenig was von Festival.

Nachher grillen alle gemeinsam und dann wird ein Feuer am Strand entzündet. Das könnte sehr nett werden. Die Sonne kommt auch raus. Was will man mehr. Rock‘ on!

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Tag 4: Say „Hei!“ to Norge

Heute wollen wir Schweden verlassen und nach Norwegen. Plan ist es um 18.45 Uhr die Fähre von Bodø auf die Lofoten zu bekommen. Denn morgen (Mittwoch) findet dort zur Mittsommernacht die große Party mit allen Baltic-Sea-Teilnehmern statt. Zumindest mit allen, die den Weg bis auf die Lofoten schaffen. Wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmern. Hauptproblem bei den Fahrzeugen ist häufig der Ausfall der Lichtmaschine. Die über 20 Jahre alten Autos wurden halt damals mit Lichtmaschinen ausgestattet die vor allem dafür da waren die Batterie zu laden und ab und an den Fahrer über den Zigarettenanzünder mal mit der Fluppe zu versorgen. Heutzutage hängen daran: Kühlboxen, Handys, iPads, Drohnen-Akku-Ladegeräte, und so weiter.

Dank Udo’s Tipp vom letzten Jahr, haben wir uns eine Stromüberwachung eingebaut. So können wir genau sehen, wieviel Strom die Lichtmaschine noch an die Batterie liefert. Dadurch portionieren wir das Ganze und überfordern sie nicht. Das läuft bisher super 🙂

Nach unserem obligatorischen Kaffee am morgen haben wir uns dann über die E45 weiter Richtung Norden gemacht. Das Wetter war wiedermal super, auch wenn die Temperaturen immer weiter runter klättern. Wird jetzt teilweise einstellig.

In Storuman mussten wir uns entscheiden, ob wir einfach die E45 weiter fahren, oder die Strecke über die E12 nach Mo i Rana durch den norwegischen Nationalpark nehmen. Da wir gut in der Zeit waren haben wir uns für die schönere Strecke durch den Nationalpark entschieden und haben es in keiner Sekunde bereut. Unglaubliche Landschaften. Die Norweger können ja nicht viel – aber Landschaft können sie!!! 😉

Um 14 Uhr waren wir dann am Polarkreis. Nachdem wir auf dem Weg dahin teilweise durch Regen und nur noch 5 Grad Celsius fuhren, kam hier wieder die Sonne raus und es hatte angenehme 11,5 Grad.

Die heutige Tagesaufgabe bestand darin, die schwedische Delikatesse „Surströmming“ (Ein vor sich hinsäuender, faulig richender Fisch in der Dose) zu öffnen und im Fahrzeug 200 km zu transportieren. Wir haben uns entschieden bei dieser Challenge mal auszusetzen. Unsere mitfahrenden Jungs kam fast das kot*** bei dem Geruch.

Um kurz vor 18 Uhr erreichen wir dann Bodø und reiten uns mit ca. 15 weiteren BSC-Fahrzeugen in die Schlange vor der Fähre ein. Das Wetter wurde immer besser und wir hatten eine super sonnige Überfahrt auf die Lofoten. Dort sind wir um 22 Uhr angekommen und kamen aus dem staunen gar nicht mehr raus. Was für eine Landschaft! Was für ein Glück dass uns die Tour hier hin gebracht hat. Einfach nur WOW.

Die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz gestaltete sich dann doch etwas schwieriger. Denn wir wollten ja nicht auf einen Campingplatz (das kann ja jeder). Aber auch nicht direkt am Straßenrand schlafen. Die meisten schönen Plätze begrüßten uns mit einem „NO CAMPING“ Schild. Aber nach etwas einer Stunde Suche haben wir doch noch ein tollen Platz mit Blick auf’s Meer gefunden und sind jetzt hier zusammen mit den zwei Lada-Teams aus Berlin. Nach einem Essen um Mitternacht und ein zwei Drinks sind wir bei Sonnenschein um 1.30 Uhr ins Dachzelt gekrochen. Morgen wird ein entspannter Tag. WIr müssen nur ca. 60-70 km fahren um zur Party-Location zu kommen. Zeit genug den Tag und die Lofoten zu genießen 🙂

Tag 3: Erster Rentier Kontakt

Heute war das Motto: „Kilometer machen!“ Denn morgen müssen wir Norwegen und die Fähre auf die Lofoten bekommen. Daher sind wir um 7 Uhr von unserem traumhaften Übernachtungs-Spot gestartet und weiter Richtung Norden gefahren. Knapp 700 km haben wir heute mit der guten alten Rostwitha geschafft. Sie ist ein Traum auf der Straße und hat bis dato nicht ein einziges Mal gezickt. Toi, toi, toi dass das so bleibt.

Die Temperatur und auch die Flora und Fauna haben sich dann Kilometer für Kilometer verändert. Aus Laub- wurde Nadelwald, und es ist deutlich hügeliger und kälter geworden. Wir haben im Laufe des Tages Temperaturen von 22 bis 10 Grad gehabt.

Jetzt sind wir im Norden von Schweden zwischen Vilhelmina und Storuman gelandet, und haben uns abseits der Straße einen lauschigen Platz an nem großen See gesucht. Wir sind mal mit der Drohne darüber geflogen und haben ein paar Fotos gemacht.

Auf dem Weg  durch einsame Strassen und Wälder gab es auch das ein oder andere Tier zu sehen. Erst hat sich ein Rentier genau vor unser Auto gestellt. Dann wollte ein Fuchs Selbstmord begehen, indem er einfach auf der Straße stand. Und dann war da noch eine Herde mit ca. 10 Rentieren, mit dem Team #46 leicht aneinandergeraten ist… Aber Tier und Auto geht es den Umständen entsprechend gut.

Unsere Tagesaufgabe bestand darin, an einer im Roadbook vorgegebenen Bushaltstelle den Beifahrer aus einem anderen Team für eine Strecke von etwa 200 km mitzunehmen und seinen eigenen Co-Piloten dafür auszusetzen. Die feierliche Rückgabe der Beifahrer an ihre Teams haben wir dann bei einer Dose Alster (ASTRA Kiezmische) gefeiert.

Mittlerweile hat es 23.00 Uhr und es ist taghell. Wir nehmen dann noch mal einen Sundowner – in der Hoffnung dass der Wirkung zeigt.

P.S.: DANKE Jan und Helge für die WOOLPOWER-Ausstattung. Die kommt gerade zum Einsatz und ist ein Traum!

P.P.S.: Dieser Post wurde ihnen präsentiert von ASTRA und WOOLPOWER ;-)))

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Nachtrag Tag 2

Das wir uns einen unglaublich geilen Ort zum pennen gesucht haben, war uns gestern Abend schon klar. Aber wie der See um Mitternacht aussah war schon unglaublich (kitschig). Hier mal ein paar Impressionen:

Tag 1 und 2: Hamburg – Lesjöfors

Wir sitzen mitten in Schweden am See, das Feuer brennt, die Stimmung ist glänzend und wir können es nicht fassen, dass wir erst vor anderthalb Tagen in Hamburg vom Fischmarkt gerollt sind. Tagesziel gestern war es, in Südschweden zu schlafen und vom Start weg lief bei uns alles nach Plan. Zügig auf die Fähre in Puttgarden, anschliessend in Dänemark Sand und Ostseewasser geholt, als erste über die Öresundbrücke und zack Vikingertaufe an einem abgefahrenen stonehengemässigen Steinkreis gemacht. Auf die Idee, am Ostseestrand in Sandhammeren zu schlafen, kamen neben uns auch mindestens einhundert andere Teams. War sehr lustig, aber eher so Festivalatmosphäre – auch was den Alkoholkonsum angeht.

Die Nacht war leider ganz schön kurz. Denn um 5.45 Uhr schien uns schon die Sonne ins Gesicht. Aua!!! Aber egal. Entsprechend früh waren wir dann auch wieder auf der Strasse – gemeinsam mit Team „Out of the Range“. (Beste Idee aller Zeiten: Unsere CB-Funke). Und nachdem wir einen abgefahrenen Autofriedhof mitten im Wald besichtigt haben,  gings Strecke machen Richtung Norden. Insgesamt 550 km heute. Guter Schnitt. Ja und jetzt sitzen wir hier. Ein traumhafter Schlafplatz am See mitten im nirgendwo. Lagerfeuer. Bratkartoffeln, Bohnen, Steaks und Bier. Vielleicht nicht ganz so viel wie gestern. Also hoffentlich. Denn gerade hat sich Team UTFG zu uns gesellt. Die Jungs fahren zu dritt in einem eher rudimentären Bundeswehr-Wolf – mit Ohropax… Und wie wir gerade erfahren haben, steht UTFG für UmmelnerTrinkFestGenossenschaft. Na dann, Prost!!!

 

In genau einer Woche geht es los…

Wochenlang waren wir gut im Zeitplan, bis uns der Werkstattaufenthalt mit Differential-Wechsel einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Die letzten 3 Wochen sind wir irgendwie nicht mehr richtig voran gekommen – und jetzt sind es nur noch 7 Tage bis zum Start.

Was haben wir noch vor: Ölwechsel, Kraftstofffilter neu, Sponsoren-Aufkleber ran und vor allem packen! Werkzeug, Ersatzteile, Essen, Bier (!), Klamotten. Das wird ein spannender Endspurt 😉