Tag 9: Grenzerfahrung Russland

Nachdem wir unsere Alkohol Bestände auf 3 Liter pro Nase reduziert hatten, stand der Expedition Russland nichts mehr im Wege. Mit jeder Menge anderen Rally Teams ging es an die Grenze und zwei Stunden Ostblockbürokratie, 12 Formulare und einmal Auto ausräumen später, war es auch schon geschafft. Insgesamt aber relativ freundlich die Brüder. Ein Zöllner hat sogar an unserer Schnapsflasche gerochen, Olli angegrinst und gesagt: “Hmm… Rrrubinette!!! Gut!!! Nur unsere Freunde die Heide Veteranos mussten leider nochmal eine kleine Ehrenrunde drehen, aus Russland ausreißen, den Alkohol in Norwegen entsorgen und anschließend wieder einreisen… Gut, dass sie ein Doppelvisum hatten. Blöd, dass sie sich Kaliningrad jetzt ein anderes Mal ansehen müssen.

Der Kontrast zwischen dem lustigen, sauberen, freundlichen Skandinavien (vereinzelte schräge Finnen ausgenommen) und diesem nördlichsten Ende Russlands könnte größer nicht sein. Auch wenn die Landschaft natürlich weiterhin ausgesprochen spektakulär ist, ist alles andere schon wirklich sehr anders. Schlaglöcher so tief, dass unser ganzes Auto reinpasst, unglaublich verrottete Industrieruinen, die wahrscheinlich gar keine Ruinen sind, sondern ganz normale russische Fabriken und Passkontrollen von bewaffneten Menschen mitten auf der Straße. Das alles beschreibt ziemlich genau unsere erste halbe Stunde in diesem Land und wir sind wirklich gespannt, was noch kommt.

Doch zunächst widmeten wir uns unserer nächsten Tagesaufgabe: Finde die Lenin, den ersten Atomeisbrecher der Welt und mach ein Teamfoto davor. Eine spannende Stadtrundfahrt durch Murmansk folgte (GPS ist ja nicht) und dann stand der Pott auch schon vor uns. Wir finden, unser Foto ist eines der schönsten.

Und was kann man zu Murmansk sagen? Eigentlich nicht viel. Außer dass es die wahrscheinlich hässlichste Hafenstadt der Welt ist – also ziemlich genau das Gegenteil von Hamburg.

Mit wieder etwas verkleinerter Fahrgemeinschaft machten wir anschließend noch ein paar Kilometer nach Süden und versuchten einen Schlafplatz zu finden… Auch das war – wie schon vermutet – etwas komplizierter als in Skandinavien. Aber wir haben dann doch ein sehr nettes Plätzchen gefunden und unsere Zelte vor einem nagelneuen kleinen Skihotel aufgeschlagen. Für schlappe 10 Euro pro Nase, durften wir sogar die grandiosen Duschen und den gemütlichen Gemeinschaftsraum mitbenutzen. Alles richtig gemacht!

Übrigens: Kaum hatten wir unsere Zelte aufgebaut, rollten ungefähr zehn weitere Rally Teams auf den Hof – Russland ist ja nicht so groß. Die Hotelbesitzerin wirkte erstmal etwas überfordert aber irgendwie sind dann doch alle untergekommen… Schön!

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